In der letzten c’t (Ausgabe 22/2002, S. 207) gibt es einen Artikel “Der versiegelte PC (Was steckt hinter TCPA und Palladium?”. In einem besonderen Textkasten wird auf die Urspünge der Sicherheit eingegangen. Es wird erwähnt, das Multics das erste und für lange Zeit das einzige Betriebssystem mit B2-Sicherheitszertifikat war. Aufgrund des schlanken Kernes von nur 56000 Zeilen Code konnte der Systemkern wirklich überprüft und für sicher befunden werden. Es geht dann weiter:
Microsoft kehrt diese Erkenntnis um und pervertiert sie damit: Da der Kernel per Definition als sicher gilt, wird einfach so viel wie möglich hineingepackt – angeblich entsteht dabei ganz von selbst ein sicheres Gesamtsystem. Wie aber will man ein vertrauenswürdiges System schaffen, wenn der Anwender jede Woche neue Gerätetreiber aus dem Internet einspielt – und dies immer auf der höchstern Privilegierungsebene? Um Palladium wirklich sicher zu machen, müsste Microsoft Windows im Kern neu konzipieren. Dies ist allerdings nicht geplant, da Palladium nur eine Zusatzfunktion der nächsten Windows-Version (Codename: ‘Longhorn’) werden soll.
Na, da kann ich meine Vorurteile ja behalten.